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Training in Maßen und gesunde Ernährung halten fit

 
Fünf Experten geben bei einer FR-Telefonaktion Hinweise für den richtigen Start in den Frühling Federball im Holzhausenpark oder Rückentraining im Studio, Joggen oder Aerobic, drinnen oder draußen: Fünf Experten und Expertinnen werden am Mittwoch, 26. März, während der FR-Telefonaktion "Fit in den Frühling" von 10 bis 12 Uhr den Rundschau-Lesern helfen, ihr ganz persönliches Bewegungs- und Ernährungsprogramm zusammenzustellen.
Von Friederike Tinnappel
Langsam einsteigen, sich nicht zu viel vornehmen, eine Sportart wählen, die Spaß macht und sich ohne großen Aufwand in den Alltag einbauen lässt, lautet die Grundempfehlung der fünf Experten. "Die meisten beginnen mit einem zu hohen Tempo", weiß Harald Sedlmayr (41), Sportpädagoge bei der AOK Hessen. Sie laufen los und meinen, sie könnten das 30 Minuten durchhalten. Selbst wenn es klappen sollte - für die Gelenke ist das gar nicht gut, die müssen sich nämlich erst genauso wie Kreislauf und Muskeln an die Belastung gewöhnen. Walking, also schnelles Gehen, verbunden mit intensiven Armbewegungen, sei für Ungeübte gut geeignet, ebenso Schwimmen. Wer es gleich mit Joggen probieren möchte, sollte es nach zehn Minuten gut sein lassen, dafür aber drei Mal die Woche seine Runde drehen. Sedlmayr selbst schnappt sich zwei Mal wöchentlich die Laufschuhe, um in 25 bis 30 Minuten, also "relativ entspannt", seine "sechs, sieben Kilometer" abzuspulen. Außerdem kennt sich der studierte Sportlehrer in fast jeder Sportart aus. Skifahren, Inline-Skaten und Trampolin-Springen inklusive. Nur Fußballspielen kann er nicht. Seine Kollegin Pia Kullik-Basenach (49) arbeitet als Ernährungsberaterin bei der AOK und legt ebenfalls viel Wert auf ein bewegtes Leben. Zwei bis drei Mal die Woche macht sie "einen Marsch" und geht in flottem Tempo spazieren. Dazu kommen eine Stunde Gymnastik und Aerobic, eine Stunde Wirbelsäulengymnastik und eineinhalb Stunden Tanzen - mit dem Ehemann. So gelingt es ihr, obwohl sie "gern und auch viel" isst, bei einer Körpergröße von 1,70 Meter ihr Gewicht von 60 Kilo zu halten. Natürlich sei es auch "ganz wichtig, was man isst": Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot sollten nicht als "Beilage" betrachtet werden, sondern als Hauptbestandteil der Ernährung. Weniger Fleisch und Wurst, lautet ein Grundsatz und "fünf Mal am Tag etwas Frisches, Gemüsiges, Salatiges" ein anderer. Außerdem sollten fettreich zubereitete Speisen gemieden werden. Dazu zählten häufig Fast-Food- und Mikrowellen-Gerichte. Auch im Institut für Sportwissenschaften wird derzeit heiß über Ernährungsfragen diskutiert, wenn auch unter einem ganz anderen Aspekt. Dort gibt es nach Angaben von Christopher Heim eine Kraftsport-Gruppe von etwa zwanzig Leuten, die täglich morgens von sechs bis acht Uhr trainieren und nicht ab-, sondern zunehmen wollen - an Muskelmasse, versteht sich. Morgens zwei Eiweiß-Shakes, mittags ein Kilo Magerquark, abends 600 Gramm Huhn, angemacht mit Salz, Pfeffer und Wasser, lautet der wenig schmackhafte und nicht zur Nachahmung empfohlene Speiseplan. Heim, der selber Fußball und Tennis spielt, übers Bundesgartenschau-Gelände joggt und auch "etwas Krafttraining" betreibt, bringt außer den eigenen Erfahrungen auch wissenschaftliche Erkenntnisse für die Telefon-Aktion mit. Zum Beispiel, dass es für den "Normal-Verbraucher" kaum etwas bringt, wenn er in der Woche mehr als zweimal die Muskeln stärkt und die Ausdauer öfter als zwei bis drei Mal trainiert. Eineinhalb Stunden Krafttraining in der Woche bedeuteten "spürbare Verbesserungen", erklärt Heim, zweimal eineinhalb Stunden "erhöhen den Effekt". Die Steigerungen, die sich durch eine dritte Sitzung erreichen lassen, seien "im Vergleich zum Aufwand nur noch minimal". Wer zum Beispiel mit Joggen seine Ausdauer verbessern möchte, sollte mindestens eine halbe Stunde, besser eine ganze Stunde unterwegs sein. Mit zwei bis drei Trainingsrunden die Woche erreiche man so eine "gute Grundlagen-Ausdauer", meint der Experte. Wer sich nicht gleich die volle Dröhnung geben möchte, ist bei der Wellness-Expertin der Verbraucher-Zentrale, Daniela Hubloher bestens aufgehoben. Die 44-Jährige ist Ärztin, macht derzeit eine Weiterbildung, um die asiatische Kunst der Akupunktur zu lernen und hat kein Auto. Sie versucht, dem Alltag möglichst viele Gelegenheiten abzutrotzen, um sich zu bewegen. Fahrradfahren und Treppensteigen gehören dazu. "Das summiert sich nämlich auch", meint die Ärztin. Mit ihren Kindern geht sie zum Schlittschuhlaufen oder ist auf Inline-Skates unterwegs. "Und was ich auch ganz toll finde, ist Federballspielen." Entweder auf dem nächsten Spielplatz um die Ecke oder im Holzhausen-Park. "Da spielen viele Leute Federball und es kostet nichts." Das ist in den Fitness-Studios, einer trotz schlechter Konjunktur weiter boomenden Branche anders. Wer in das recht exklusive Studio von Trainingsleiterin Bettina Klein (42) in der Frankfurter Welle aufgenommen werden möchte, zahlt eine Gebühr von 200 Euro und einen Monatsbeitrag von 75 Euro. Viele Studios sind nicht so teuer, eine Langzeit-Karte bei der Sportfabrik in Bockenheim kostet zum Beispiel 43,50 Euro. Klein kommt vom Kampfsport, beherrscht Taekwondo und Aikido und hält sich mit Krafttraining, Spinning (man trainiert in der Gruppe auf am Boden festgeschraubten Fahrrädern zu Musik) und Yoga fit. Zehn bis zwölf Trainingsstunden kommen da in der Woche locker zusammen. Der Vorteil des Gerätetrainings sei, dass man zum Beispiel für Kunden mit Rückenproblemen ganz individuelle Programme zusammenstellen könne, erklärt Klein. Bei Kursen wie Aerobic oder Step-Aerobic würden die Teilnehmer durch die Musik und die Gruppendynamik zusätzlich motiviert. Außerdem gebe es da noch die "gesellige Komponente". Und die kann anschließend, im Wellness-Bereich mit Sauna und Lichtduschen, ausgebaut werden.

Copyright © Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt am 22.03.2003 um 00:03:28 Uhr
Erscheinungsdatum 22.03.2003 | Ausgabe: S | Seite: 27

 


 

 
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