Heute beginnt die diesjährige Skater-Saison
Sportdezernent und Bürgermeister Joachim Vandreike (SPD) eröffnet am heutigen Dienstag, 20.15 Uhr, an der Ignatz-Bubis-Brücke/Deutschherrnufer die Saison für die Tuesday-Night-Skater. Die schnellen Inlines haben Konkurrenz bekommen. Neu durchgestylt, liegen auch die guten alten Rollschuhe wieder im voll Trend.
Für Doris Brunnhöfer aus Hattersheim werden Kindheitserinnerungen lebendig: Die Zeit als kleines Mädchen in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen, als es in jedem Frühjahr darum ging, welche Clique zuerst mit ihren Rollschuhen auf der Straße war. Die vielen Schlaglöcher, die schwergängigen Eisenräder und die zerschlissenen Kleider. Die "Rollerskater", wie die Rollschuhe heute heißen, die Doris Brunnhöfer, in der Sportarena für 150 Euro kauft, sind da ungleich bequemer und lauffreudiger. Sie habe dicke Gummiräder und integrierte, knöchelhohe Schuhe. "Mein Traum", seufzt Brunnhöfer zufrieden. Mit den Inline Skates habe sie es ja auch probiert. Aber das Bremsen wollte nicht so recht klappen. Mit den Rollerskatern werde sie so zum Stehen kommen wie früher mit den Rollschuhen: einfach eine Pirouette um sich selbst drehen.
Während sich die Hattersheimerin für ein grundsolides Paar zum Preis von 150 Euro entscheidet, greifen vor allem Teenies gern zu einem grell-bunten Modell, das den Namen der Popsängerin Britney Spears, "Britney 4 Wheeler", trägt. Schon wabern Gerüchte durch die Stadt, dass es bald in der Hanauer Landstraße eine Rollschuh-Discothek geben soll. Zum Tanzen, so Rollerdisco-Fans laut dpa seien die wendigeren Rollerskates viel besser geeignet als die Inlines.
Auch wenn die Könner unter den Inline Skatern zum Teil erstaunliche Kapriolen beherrschen und es auch eigene Modelle für Kunststücke in der Half pipe gibt - die Inlines wurden geschaffen, um über den Asphalt zu gleiten. Die Freude an der Geschwindigkeit gehört beim Skaten ebenso dazu, wie die am harmonischen Bewegungsablauf und am Gleiten. Längst sind nicht allen mehr die vier hintereinander angebrachten Räder pro Schuh genug. Wer wirklich schnell sein will, braucht fünf Rollen. "Ein Riesentrend", wie Stefan Hummel (29) zu berichten weiß. Hummel arbeitet als Verkäufer, betreibt eine eigene Inline-Schule und läuft bei den Tuesday-Night-Touren als Ordner mit. Immer mehr Inline Skater möchten bei einem Marathon mitmachen, weiß der Experte. Wer die 30 bis 40 Kilometer langen Dienstagstouren mitläuft, dürfte damit keine großen Problem haben, meint Hummel.
Ab heute also werden sich die Skater jeden Dienstagabend um 20.30 Uhr am südlichen Mainufer, Höhe Ignatz-Bubis-Brücke treffen und 30 bis 40 Kilometer kreuz und quer durch Frankfurt düsen. Was vor ein paar Jahren vollkommen illegal begann, hat längst Kultcharakter bekommen. Sogar die Olympiabewerbung soll davon profitieren. Jürgen Weiss vom Frankfurter Olympia-Büro wird heute vom Deutschherrnufer aus den "Countdown zu Olympia-Entscheidung am 12. April einläuten", teilt das städtische Presse- und Informationsamt mit. ft
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Dokument erstellt am 31.03.2003 um 23:57:40 Uhr
Erscheinungsdatum 01.04.2003 | Ausgabe: R | Seite: 25
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